Jetboil PCS – „Personal Cooking System“

Heute geht es um die Outdoorküche, in diesem Fall einen Gaskocher.  Den Jetboil PCS (Personal Cooking System).

Warum nun „Cooking System“? Weil es sich bim Jetboil PCS nicht nur um einen einfachen Gaskocher handelt, sondern um ein System, das gleich den Topf mit enthält. Kocher und Gaskartusche lassen sich zum Transport im Topf verstauen.

Zunächst einmal einige Daten.

Bezeichnung: Jetboil PCS

Hersteller: Jetboil

Gewicht: 425g

Abmessungen: 104 x 180mm

Inhalt: 1L

Brennstoff: Gas (Schraubkartuschen)

Preis: 69 – 99€

Link zum Hersteller.

Ich habe mir den Jetboil eher zufällig gekauft, im Rahmen eines Sonderangebotes. Da ich gern neues ausprobiere, bekam der Kocher eine Chance.

Das Konzept einen Kocher in dem passenden Topf zu verstauen ist nicht neu. In diesem Fall aber gut umgesetzt. Die Gaskartusche wird angeschraubt am Kocher in den Topf geschoben und der Topf oben mit dem Deckel verschlossen. Dadurch lässt sich der komplette Kocher recht kompakt verstauen.  Hier liegt ein Vorteil des Systems, aber auch ein Nachteil, darauf gehe ich später noch ein.

Wie schon erwähnt wird als Brennstoff Gas verwendet. Hier können die handelsüblichen Schraubkartuschen in verschieden Größen verwendet werden.  Damit ist eine gute Verfügbarkeit des Brennstoffs gewährleistet, da diese Gaskartuschen weit verbreitet sind, auch im Ausland.

Um den Kocher mit der Kartusche im Topf verstauen zu können, sollte man die 110g Kartuschen verwenden. Größere Kartuschen funktionieren auch, lassen sich aber aufgrund der Abmessungen nicht im Topf verstauen.

Der Kocher ist mit einem Piezo-Zünder ausgestattet.

Der Hersteller wirbt mit einer hohen Effizienz und einer sehr schnellen Kochleistung. Erreicht werden soll das unter anderem durch den unten am Topf angebrachten, gewellten Ring (Jetboil nennt das FluxRing®). Dieser sorgt für eine bessere Temperaturübertragung an den Topf.

Um das System einsatzbereit zu machen sind nur wenige Schritte erforderlich. Der Kocher mit der angeschraubten Kartusche wird aus dem Topf entnommen, der untere Deckel vom Topf entfernt. Nun kann der Topf auf den Koche aufgesetzt und arretiert werden.  Damit ist der Jetboil schon einsatzbereit. Natürlich muss nun noch das Wasser eingefüllt werden und der Deckel wieder auf den Topf aufgesetzt. Der Kocher wird nach öffnen des Gasventils über den Piezo-Zünder gestartet.

Da der Topf mit einer Neoprenhülle und einem Griff versehen ist, kann der Kocher sogar im Betrieb angefasst und an einen anderen Platz gestellt werden.
Im ersten Moment kam mir der Kocher mit seinem charakteristischen Fauchen recht laut vor. Bei direktem Vergleich mit anderen Gaskochern ist er aber nicht lauter.

Da der Hersteller mit der hohen Geschwindigkeit beim Kochen wirbt, habe ich das natürlich gleich als erstes getestet.
Dazu habe ich einen halben Liter kaltes Leitungswasser in den Topf gefüllt, dabei sind die im Topf angebrachten Markierungen hilfreich, und nach dem Zünden die Zeit gestoppt. Das Wasser kochte nach unter 2 Minuten.

Das entspricht tatsächlich der Herstellerangabe und ist schon beeindruckend, verglichen mit anderen Kochern die ich kenne. Ich denke der Deckel auf dem Topf unterstützt natürlich, aber das System mit dem Ring zur Temperaturübertragung scheint zu funktionieren.
Nun kommt wieder der Neoprenmantel um den Topf zur Geltung. Man kann das Wasser sofort weiter nutzen, da man den Topf direkt anfassen kann ohne sich die Finger zu verbrennen. Das direkte Trinken aus dem Topf ist allerdings nicht wirklich zu empfehlen, da der Metallrand doch recht warm an den Lippen sein kann. Das kann sich wohl jeder selbst ausmalen.

Der untere Deckel soll wohl auch als Becher dienen können. Allerdings ist das wohl eher eine Notlösung. Um daraus zu Trinken ist der Rand etwas ungünstig geformt. Da verlasse ich mich eher auf meinen Faltbecher, oder den großen Tatanka Becher.  Der Vollständigkeit halber erwähne ich die Möglichkeit hier aber.

Beim Gasverbrauch ist der Jetboil erstaunlich sparsam. Ich habe leider keine Auswertung wieviel Liter Wasser sich mit einer Gaskartusche zum Kochen bringen lassen, aber vom Gefühl her hält die Kartusche Länger als bei meinem MSR Multifuel und dem Primus MicroStove Ti.

Wie der Name „Personal Cooking System“ schon vermuten lässt, handelt es sich um einen Kocher für den Persönlichen Gebrauch. Das System ist also entsprechend für eine Person dimensioniert. Dafür ist der Inhalt von etwa einem Liter auch absolut ausreichend. Um schnell ein warmes Getränk für sich und ein paar Kameraden zu Kochen ist der Jetboil allerdings auch bestens geeignet. Vor allem aufgrund der Geschwindigkeit beim Kochen, lassen sich schnell einige Tassen Kaffe zubereiten.

Das Packmaß entspricht etwa einer 1L Trinkflasche, wobei der Durchmesser etwas größer ist. Es gibt schon entsprechende Transporttaschen. Da sich der Kocher und die Kartusche im Topf befinden hat man keine Einzeltele rumfliegen im Rucksack, auch ein Löffel lässt sich außen am Topf befestigen.

Beim verstauen des Kochers im Topf, nach dem Kochen, sollte man darauf achten den Topf vorher abzutrocknen und die Kartusche vom anhaftenden Waldboden zu befreien. Ansonsten hat man den vor dem nächsten Einsatz schon im Topf. Ich umwickle die Gaskartuschen am unteren Rand mit einer Lage Klebeband. Dadurch wird zum einen die Beschichtung im Topf geschont und es kann nichts klappern. Man verhindert so aber auch ein Rosten der Kartusche, falls sich noch Feuchtigkeit im Topf befindet beim einpacken.

Ich habe den Jetboil bisher hauptsächlich zum Kochen von Wasser verwendet. Dafür ist er auf jden Fall sehr gut. Auch Suppen lassen sich sehr gut im Topf erhitzen. Auch Eier ließen sich sehr gut im Jetboil kochen.

Bei festeren Gerichten, wie z.B. Ravioli, zeigt sich das die starke Kochleistung nicht nur Vorteile hat. Hier muss man schon etwas am Gasventil dosieren und gut umrühren, da es sonst anbrennen kann.

Da man auf den Durchmesser des Topfes beschränkt ist, lassen sich auch verschlossenen Dosen von Fertiggerichten (z.B. EPA) nicht so ohne weiteres Erhitzen. Auch ein normaler Topf lässt sich nicht ohne weiteres auf dem Jetboil Kocher nutzen. Dafür gibt es von Jetboil allerdings auch eine Lösung. Für das System gibt es einen Aufsatz, der anstelle des Topfes auf den Kocher gesetzt wird. Durch diesen sogenannten „Pan Support“ können normale Töpfe (auch Teile von Kochgeschirren) direkt auf dem Jetboll Kocher genutzt werden.

Weiterhin gibt es eine Bratpfanne, die wie der Topf direkt auf dem Kocher befestigt wird und auch über den schon angesprochenen Ring zur Temperaturübertragung verfügt. Zusätzlich sind auch größere Systeme mit größeren Töpfen verfügbar. Damit lässt sich denn für eine ganze Gruppe Kochen.

Ein anderes interessantes Zubehörteil ist ein Einsatz durch den man den Jetboil direkt zur Kaffeemaschine machen kann. Dabei wird ein Filtersieb eingesetzt. Für die Kaffeeliebhaben sicher eine gute Alternative zum Instantkaffee.

Mein Fazit zum Jetboil. Ich setzte ihn sehr gern ein und kann mit den Einschränkungen die das System hat gut leben. Für mich überwiegen die Vorteile. Er hat mir bisher sehr gute Dienste geleistet. Es gibt definitiv kleinere und leichtere Systeme, dabei muss denn wieder ein extra Topf mitgeführt werden. Hier muss jeder nach seinem Einsatzzweck und den persönlichen Präferenzen entscheiden.
Auf jeden Fall kann ich den Jetboil PCS empfehlen, er hält was er verspricht. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Zu diesem Review werden wir in Kürze noch eine Ergänzung bringen. Einen Vergleich verschiedener Kocher im Einsatz. Dabei wird auch der Jetboil vertreten sein.

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Update August 2012

Hier nun das erste Update zum Review.

Der oben erwähnte Pan Support und Stabilisator konnte sich im Outdooreinsatz bewähren und das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Jetpoil mit Pan Support

Wie oben erkennbar besteht der Pan Support aus zwei Teilen. Zum einen ein Fuß, den man unten an der Gaskartusche befestigt, sowie dem Aufsatz der den Jetboil mit normalen Töpfen kompatibel macht.

Der orange Fuß „Stabilisator“, aus Kunststoff, kann natürlich auch ohne den Topfaufsatz genutzt werden, zusammen mit dem normalen Jetboil Topf. Das ist vor allem praktisch um dem ansonsten etwas Kopflastigen System mehr Standfestigkeit zu verleihen. Grad auf unebenem Untergrund eine echte Verbesserung. Er erfüllt damit also genau die zugedachte Funktion.

Fuß des Pan Support mit normalem Jetboil Topf

Der Topfaufsatz selbst ist aus Metall und wird anstelle des Jetboil Topfes auf dem Brenner befestigt. Die Befestigung erfolgt genau wie beim Topf. Zum betrieb faltet man die vier Füße die den normalen Topf oder Teil des Kochgeschirrs halten sollen aus. Topf drauf stellen und es kann losgehen.

Auch mit normalen Töpfen ist der Jetboil sehr schnell, allerdings nicht ganz so schnell wie mit dem speziellen Jetboil Topf. Es ist allerdings Praktisch nun auch eine Bratpfanne oder einen größeren Topf nutzen zu können.

Zum verpacken und transportieren kann der Fuß zusammengefaltet und oben im Brenner untergebracht werden. Der Topfaufsatz wird zwischen Gaskartusche und Brenner untergebracht, wie auf dem Foto zu sehen. So verpackt passt alles zusammen in den Jetboil Topf und nimmt keinen zusätzlichen Platz im Rucksack ein. Der Topfaufsatz kann auch bei gebrauch des Jetboil Topfes an seinem Transportplatz bleiben, ohne die Funktion des Systems zu beeinträchtigen. Auch hier hat sich der Hersteller Gedanken gemacht, wie man sieht. Der Stabilisator wiegt etwa 27g, der Topfaufsatz 35g. Beides zusammen bringt also nicht wirklich viel Zusatzgewicht.

Fertig zum Verpacken

komplett verpackt im Jetboil Topf

Das durchdachte Jetboil System wird durch diese Ergänzung noch besser und vielseitiger nutzbar. Von meiner Seite her auf jeden Fall eine Kaufempfehlung für jeden Jetboil Nutzer.

Preislich liegt das Set bei etwa 20€, die aber gut angelegt sind. Zwischenzeitlich ist der Stabilisator wohl auch in schwarz anstelle von orange zu bekommen.

review by baron

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