ICOM IC-F22SR und IC-F25SR PMR Funkgeräte

In diesem Review möchte ich über die ICOM Funkgeräte IC-F22SR und IC-F25SR und meine Erfahrungen mit den Geräten berichten. 
Es handelt sich bei beiden Geräten um PMR Handfunkgerät, robuste Modelle mit recht umfangreichem Funktionsumfang.
IC-F25SR (links) - IC-F22SR (rechts)ICOM ist ein japanischer Hersteller von Funkgeräten, bekannt besonders im Flug- und Marinefunkbereich. Aber auch im Amateurfunkbereich ist die Firma eine bekannte Größe. ICOM ist auch Gewinner von Ausschreibungen für aktuelle Funkgeräte der US Streitkräfte. Das aktuelle US Army Funkgerät F34G ist von ICOM. Aufgrund dieser Tatsache passt etliches an aktuellem US Kommunikationszubehör optimal an die ICOM Funkgeräte, auch an die hier Vorgestellten. Vieles hat passende Anschlüsse oder es gibt passende Adapter. Dazu aber später mehr.
Zunächst einmal die Daten zu den Geräten.
Beide sind im PMR 446 Bereich zu betreiben. Daher auf den 8 PMR Kanälen mit 0,5W Sendeleistung und fester Antenne. Beide Geräte haben auch die entsprechende Zulassung in Deutschland und anderen europäischen Ländern. 
Die 8 PMR Kanäle sind über einen Drehschalter auf der Oberseite einstellbar. Der Schalter hat 16 Stellungen, wobei 1-8 die PMR Kanäle 1-8 sind und 9-15 noch einmal die PMR Kanäle 1-7. Stellung 16 ist mit einem Suchlauf über alle Kanäle belegt. Warum nun die PMR Kanäle zweimal zur Auswahl haben? Das hat den Hintergrund das man die Kanäle mit unterschiedlichen CTCSS oder DTCSS Gruppencodes belegen kann. Damit hat man eine größere Auswahl zur Verfügung wenn sich mal mehr als acht Gruppen im Bereich befinden und jede Gruppe im Funk für sich bleiben will.
Es stehen 52 CTCSS und 83 DTCS Tonfrequenzen zur Verfügung. 
Eine besondere Funktion ist die Rückantwortfunktion. ICOM nennt das Smart-Ring. Dabei kann man von einem Gerät ein Signal aussenden und bekommt angezeigt ob das Signal am anderen Gerät empfangen wurde. So weiß man das sich die Gegenstelle noch in Reichweite befindet und eingeschaltet ist. Der Empfänger sieht das er Gerufen wurde, auch wenn er den Ruf verpasst haben sollte. Das Funktioniert nur unter ICOM Geräten soweit ich weiß.
Die Programmierung ist direkt am Gerät möglich, aber auch über eine PC Software mit einem passenden Interfacekabel. Die Programmierung am Gerät selber ist etwas mühsam, da man die Funktionen über Tastenkombinationen eingibt und bestätigt. Da man aber sein Funkgerät in der Regel nicht täglich neu programmiert ist diese Form der Bedienung absolut ausreichend. Außerdem besteht die Möglichkeit die Einstellungen von einem Gerät auf ein anderes zu „klonen“.
Die Geräte erfüllen die Anforderungen gemäß MIL-ST810 und IP54/55. Sind also wirklich sehr robust verarbeitet. Unten zusehen ist das innere des IC-F22SR. Man erkennt hier den Metallrahmen auf dem das Gerät aufgebaut. Auch der Kunststoff ist sehr schlagfest und robust. 
Auch vom Aussehen her heben sich die Geräte von den meisten anderen ab. Man sieht ihnen an das sie aus dem Profi-Sektor kommen. Das IC-F25SR ist dabei ein sehr aktuelles Gerät.
Das IC-F22SR wiegt mit dem Standard Akku 317g bei den Abmessungen 54x128x37 mm. 
Das IC-F25SR wiegt etwa 300g bei 53x195x38mm mit Antenne.
Der Anschluss von Zubehör ist über einen S-Standard (Doppelklinke) Anschluss möglich. Dabei unterscheiden sich die ICOM Geräte von Geräten anderer Hersteller dadurch, das auch Headsets bei denen sonst ein passender Widerstand eingelötet werden müsste (z.B. Bowman, MSA Sordin) ohne diese Modifikation funktionieren. Für mich war das der Grund mit ein ICOM Gerät zu kaufen, ich wollte nicht an meinem MSA Sordin Headset rum löten müssen.
Der ICOM Stecker, wie er an passendem Zubehör Verwendung findet. Hier in der abgewinkelten Version, mit Verschraubung.Hier erkennt man die Anschlussbuchse am IC-F25SR.
Alle technischen Details der Geräte hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, genaue Beschreibungen und technische Details sind aber leicht im Netz zu finden.
Zum Lieferumfang gehört neben dem Funkgeräte jeweils noch ein Akku, ein Gürtelclip, das Handbuch, und eine Abdeckung für die Zubehörbuchse. Außerdem wird jeweils eine Ladeschale mit passendem Netzteil mitgeliefert. Im Falles des IC-F25SR ist das sogar ein Schnelllader.
Der Akku lässt sich auch einzeln laden. Das ist vor allem praktisch wenn mehrere Akkus vorhanden sind. Man kann so das Gerät schon mit einem Akku nutzen und einen weiteren laden.
Damit kommen wir auch schon zu den Unterschieden zwischen dem IC-F22SR und dem IC-F25SR. 
Der Hauptsächliche Unterschied ist der verwendete Akku und die Betriebszeit. Das IC-F22SR wird mit Ni-Mh Akkus betrieben und erreicht mit dem Standard Akku (600 mAh) 8,5 Stunden Betriebszeit. Das IC-F25SR verwendet Li-Ion Akkus und wird mit einem 2000mAh Akku geliefert mit dem es bis zu 26,5 Stunden Betriebsbereit ist. Das ist schon mal ein gewaltiger Unterschied. Für beide Geräte stehen Akkus mit verschieden Größen zur Verfügung, außerdem gibt es für beide Funkgeräte auch eine Adapter in den sich Handelsübliche AA(IC-F22SR) bzw. AAA(IC-F25SR) Batterien einsetzen lassen. Eine gute Notfalllösung. Die Akkus der beiden Modelle sind nicht miteinander kompatibel. 
Links das IC-F25SR, rechts das IC-F22SR. Man erkennt unterschiedliche Form und Befestigung der Akkus. Außerdem ist beim IC-F25SR die Befestigung für den Clip am Funkgerät und nicht mehr am Akku.
Ein weiterer Unterschied, neben der etwas unterschiedlichen Bauform, ist die Option zur Sprachverschlüsselung beim IC F-25SR. Dazu kann man sich ein entsprechendes Modul kaufen und Nachrüsten. 
Hier ist die unterschiedliche Form der Bedienelemente erkennbar. Die Funktion ist allerdings bei beiden Geräten gleich.
Die Kanalwahlknöpfe der beiden Geräte.
Meine Erfahrungen mit den Geräten sind bisher durchweg gut. Ich besitze beide Geräte seit ein paar Jahren und habe sie schon unzählige Male genutzt. Einen Test der Reichweite habe ich auch gemacht, wobei so ein Versuch natürlich immer sehr differenziert zu bewerten ist. Aufgrund der vielen Faktoren die dabei eine Rolle spielen ist das Ergebnis nicht unbedingt verbindlich. Trotzdem möchte ich euch auch davon kurz berichten. Durchgeführt habe ich den Test an meinem Wohnort. In die eine Richtung dichter Wald, hügeliges Gelände. In die andere Richtung Stadt, dichte Bebauung. Beide Funkgeräte hatten volle Akkus, es war bewölkt aber trocken, 21:00Uhr an einem Dienstag. Entfernungen wurden per GPS bestimmt. Soviel zu den äußeren Bedingungen. 
Die Ergebnisse waren folgende. In Richtung des Waldes (Norden) 2,9km bei guter Verständigung in beide Richtungen. Zwischen Sender und Empfänger lag ein Mischwald mit Hügeln. In Richtung der Stadt (Süden und Südwest) 2,5-2,7km. In Richtung Nordost war die Reichweite am Besten, in dem Fall waren am wenigsten Hindernisse im Weg, nur einige Häuser und Bäume. Eine gute Verständigung war bis 3,6km möglich. Diese Ergebnisse sind natürlich nur eine Momentaufnahme, vermitteln aber schon eine gewissen Eindruck von der Leistung der Geräte. 
Bei Nutzung in bebautem Gelände oder dichten Wäldern kommen PMR Geräte immer schnell an ihre Grenzen. Das gilt nicht nur für diese ICOM Geräte.
Getestet habe ich auch die Bedienung und die Verwendung von Zubehör an den Geräten. Die Bedienung ist sehr einfach und auch mit Handschufen sehr gut möglich. Die wichtigen Funktionen lassen sich fast intuitiv verwenden, die Taster und Drehschalter reagieren präzise. Da es keine Tastensperre gibt hatte ich erst etwas Bedenken wegen der Drehknöpfe auf der Oberseite, aber diese Bedenken haben sich nicht bestätigt. Eine unbeabsichtigte Verstellung der Lautstärke oder des Kanals kam bisher nicht vor. 
An Zubehör habe ich ein umgebautes Bowman Headset, ein MSA Sordin Headset, ein Miniheadset mit Ohrstecker (unbekannter Hersteller), sowie ein abgesetztes Handmikro von ICOM getestet. Mit allen Headsets war die Verständigung klar und sehr gut. 
Auch andere aktuelle Headsets die bei den US Streitkräften verwendet werden können verwendet werden (z.B. Telex Stinger Headset), sowie eine riesige Auswahl an Headsets und Zubehör das am Markt verfügbar ist. ICOM selbst bietet schon eine breite Palette an Zubehör an, vom Akku über Kfz Ladeadapter bis zu Handsets.
Hier eine Auswahl an Zubehör.
Wie weiter oben bereits erwähnt war der Hauptgrund für den Kauf einen ICOM Gerätes die Verwendung mit meinem Sordin Headset, da bei dem Headset ein passender Adapter für ICOM dabei war. Der Stecker passt zwar auch an andere Geräte z.B. Midland G7, dabei ist aber die Funktion nicht gegeben. Es wäre ein Umbau nötig gewesen den ich mir so erspart habe. Die Anschaffung der ICOM Geräte habe ich aber in keinster Weise bereut, es sind wirklich gute Geräte. Ich hatte ja vorher schon eine ganze Weile nach PMR Geräten für mich gesucht und mir einige angesehen. Im Vergleich schneiden sie sehr gut. Nicht zuletzt wegen dem guten Preis-Leistungsverhältnis.
Die ICOM Geräte passen z.B. sehr gut in die Small Radio Pouch von Tactical Tailor und andere kleine Funkgerätetaschen. 
Die Neupreise für ein IC-F22SR liegen momentan bei 130 – 150€. Ein IC-F25SR bekommt man ab 170€. 
Ich kann sowohl das IC-F22SR, als auch das IC-F25SR empfehlen. Für das F25SR spricht vor allem die länger Akkulaufzeit, das F22SR ist dafür aber etwas günstiger zu bekommen. Beide Modelle bekommt man teilweise auch gebraucht, hier empfiehlt sich der Blick in das große online Auktionshaus. Der Vergleich mit internationalen Angeboten kann sich dabei lohnen.
Review by baron
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